Ratgeber

Dusche statt Badewanne: Wie läuft der Umbau ab?

Von , Plattenleger Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Neue Keramikplatten im Badezimmer

Kurz erklärt: Beim Umbau von Badewanne zu Dusche wird die Wanne entfernt, der Ablauf angepasst und eine neue Dusche mit Abdichtung und Gefälle gebaut. Ob eine bodenebene Dusche möglich ist, hängt vor allem von der Höhe des Bodenaufbaus und der Lage der Abwasserleitung ab.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Dusche spart Platz und erleichtert den Einstieg, besonders im Alter.
  • Eine bodenebene Dusche braucht genug Aufbauhöhe für Ablauf und Gefälle.
  • Abdichtung nach SIA 271 und korrektes Gefälle sind entscheidend.
  • Oft kann der Rest des Bades ohne Plattenabriss erneuert werden.

Die Badewanne wird kaum noch benutzt, nimmt aber viel Platz ein. Der Einstieg wird mit den Jahren beschwerlicher. Viele Hausbesitzer und Wohnungseigentümer überlegen deshalb, die Wanne durch eine Dusche zu ersetzen. Der Umbau ist gut machbar. Er sollte aber sorgfältig geplant werden.

In diesem Ratgeber zeigt Mirosław Siemek, wie der Umbau abläuft, welche Duschlösungen möglich sind und worauf Sie achten sollten.

Wann lohnt sich eine Dusche statt Badewanne?

Ein Umbau ist sinnvoll, wenn einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Die Badewanne wird selten oder nie zum Baden genutzt.
  • Der Einstieg über den Wannenrand ist unbequem oder unsicher.
  • Das Bad ist klein und soll grosszügiger wirken.
  • Sie möchten das Bad für später altersgerecht vorbereiten.
  • Wanne oder Wannenfugen sind ohnehin sanierungsbedürftig.

Gibt es im Haushalt kleine Kinder oder baden Sie gerne, lohnt sich die Überlegung, die Wanne zu behalten. Oder Sie prüfen, ob in einem zweiten Bad Platz für eine Wanne bleibt.

Welche Duschlösungen sind möglich?

Bodenebene Dusche

Der Duschboden liegt auf gleicher Höhe wie der Badboden. Es gibt keine Schwelle. Das Wasser fliesst über ein Gefälle zu einer Rinne oder einem Punktablauf. Diese Lösung ist am bequemsten und wirkt am grosszügigsten. Mehr dazu auf der Seite Bodenebene Dusche.

Flache Duschwanne

Eine sehr flache Wanne wird auf oder in den Boden gesetzt. Die Schwelle ist niedrig. Diese Lösung ist sinnvoll, wenn die Aufbauhöhe für eine bodenebene Dusche nicht reicht.

Geflieste Dusche mit kleiner Stufe

Der Duschbereich wird leicht erhöht und mit Platten oder Mikrozement belegt. So entsteht Platz für Ablauf und Gefälle, wenn der Boden nicht abgesenkt werden kann.

Ist eine bodenebene Dusche in jedem Bad möglich?

Nicht immer. Entscheidend sind zwei Punkte:

  • Aufbauhöhe: Unter dem Duschboden braucht es Platz für den Ablauf und das Gefälle. In älteren Häusern ist der Bodenaufbau manchmal zu dünn.
  • Abwasserleitung: Das Wasser muss vom Ablauf mit genügend Gefälle zur Fallleitung fliessen. Liegt diese weit entfernt oder zu hoch, wird es schwierig.

Es gibt flache Ablaufsysteme, die mit wenig Aufbauhöhe auskommen. Bei Holzbalkendecken sind besondere Lösungen nötig. Ob eine bodenebene Dusche möglich ist, prüfen wir bei der Besichtigung vor Ort.

Wie läuft der Umbau von Badewanne zu Dusche ab?

  • Schutz: Abdecken von Boden, Möbeln und angrenzenden Räumen.
  • Rückbau: Wanne, Wannenverkleidung und Plättli im Wannenbereich entfernen.
  • Installation: Ablauf versetzen oder neu einbauen, Wasserleitungen für die Armatur anpassen.
  • Unterlagsboden: Gefälle zum Ablauf ausbilden.
  • Abdichtung: Verbundabdichtung mit Dichtbändern an allen Ecken und Anschlüssen.
  • Belag: Platten oder Mikrozement an Boden und Wänden der Dusche.
  • Montage: Armatur, Duschtrennwand und Zubehör.

Zwischen einzelnen Schritten braucht es Trocknungszeiten. Die Dauer hängt vom Umfang ab, vor allem davon, ob nur der Wannenbereich oder das ganze Bad erneuert wird.

Tipp vom Plattenleger: Lassen Sie beim Umbau gleich Verstärkungen für spätere Haltegriffe in die Duschwand einbauen. Das kostet während der Arbeiten wenig Aufwand. Nachträglich ist es deutlich schwieriger.

Worauf kommt es bei Abdichtung und Gefälle an?

Bei einer Dusche ohne Wanne übernimmt der Boden die Aufgabe der Wanne. Deshalb sind Abdichtung und Gefälle entscheidend. Die Abdichtung wird nach den Grundlagen der Norm SIA 271 ausgeführt. Sie reicht über den gesamten Duschbereich und an den Wänden ausreichend hoch.

Das Gefälle liegt in der Praxis meist bei rund 1,5 bis 2 Prozent. Bei einer Rinne an der Wand fällt der Boden in eine Richtung. Das erlaubt grossformatige Platten. Bei einem Punktablauf in der Mitte fällt der Boden aus vier Richtungen. Dafür eignen sich kleinere Formate oder Mikrozement besser.

Muss das ganze Bad renoviert werden?

Nicht unbedingt. Oft wird nur der Wannenbereich zurückgebaut. Der Rest des Bades kann bestehen bleiben. Oder er wird ohne Plattenabriss mit neuen Platten oder Mikrozement erneuert. So entsteht ein einheitliches Bild, ohne das ganze Bad abzureissen.

Sind die Leitungen alt oder gibt es Feuchteschäden, ist eine Komplettsanierung sinnvoller. Informationen finden Sie auf der Seite Badsanierung.

Was ist bei Mietwohnungen und Stockwerkeigentum zu beachten?

In Mietwohnungen braucht es die Zustimmung der Vermieterschaft. Im Stockwerkeigentum betreffen Abwasserleitungen oft gemeinschaftliche Teile. Klären Sie das vor der Planung mit der Verwaltung. Ausserdem sollten Nachbarn über Lärmarbeiten informiert werden.

Welche Duschtrennwand passt?

Bei bodenebenen Duschen sind feste Glaswände beliebt. Sie wirken offen und sind leicht zu reinigen. Bei kleinen Bädern bieten Pendeltüren oder Faltwände mehr Bewegungsfreiheit. Wichtig ist, dass die Glaswand das Spritzwasser zuverlässig im Duschbereich hält.

Welche Platten eignen sich für die neue Dusche?

Für den Duschboden sind Platten mit rutschhemmender Oberfläche wichtig. Auch kleinere Formate bieten durch die vielen Fugen mehr Halt. An den Wänden haben Sie mehr Freiheit. Grossformatplatten reduzieren die Fugen und erleichtern die Reinigung. Sie wirken ausserdem ruhig und grosszügig.

Eine Alternative ist Mikrozement. Er macht Duschboden und Wände fugenlos. Unter dem Mikrozement braucht es ebenfalls eine fachgerechte Abdichtung.

Wie wird die Dusche altersgerecht?

Viele entscheiden sich für den Umbau, um im Alter möglichst lange selbständig zu bleiben. Folgende Punkte helfen dabei:

  • Bodenebener Einstieg ohne Schwelle.
  • Ausreichende Duschfläche, damit auch ein Duschhocker Platz hat.
  • Rutschhemmender Bodenbelag.
  • Haltegriffe an tragfähigen Stellen in der Wand.
  • Thermostatarmatur gegen Verbrühungen.
  • Gut erreichbare Ablagen in einer Wandnische.

Auch wenn Sie heute noch keine Einschränkungen haben: Wer diese Punkte beim Umbau einplant, muss später nicht erneut umbauen.

Wie gross sollte die neue Dusche sein?

Eine Badewanne bietet meist genug Platz für eine bequeme Dusche. Die frei werdende Fläche reicht oft für einen grosszügigen Duschbereich mit Glaswand. Je grösser die Dusche, desto weniger Spritzwasser gelangt in den Raum. Gleichzeitig bleibt mehr Bewegungsfreiheit.

Planen Sie auch die Position der Armatur bewusst. Sie sollte erreichbar sein, ohne dass man unter den kalten Wasserstrahl treten muss. Eine Kopfbrause in der Mitte und eine Handbrause an der Seite sind eine bewährte Kombination.

Denken Sie auch an Stauraum. Wo bisher die Wanne mit breitem Rand als Ablage diente, fehlt dieser Platz in der Dusche. Eine Wandnische in passender Höhe ersetzt ihn. Sie wird beim Umbau direkt eingeplant, abgedichtet und mit Platten oder Mikrozement verkleidet. So stehen Shampoo und Seife sicher und nichts fällt um.

Wie starten Sie Ihr Projekt?

Wir besichtigen Ihr Bad kostenlos und innert drei Tagen. Wir prüfen Aufbauhöhe, Ablauf und Zustand der Wände. Danach sagen wir Ihnen, welche Duschlösung bei Ihnen möglich ist. Den Preis nennen wir Ihnen nach der kostenlosen Besichtigung – rufen Sie an: 079 137 36 17.

Häufige Fragen

Kann man eine Badewanne einfach durch eine Dusche ersetzen?

Ja, in den meisten Bädern. Die Wanne wird entfernt, der Ablauf angepasst und eine Dusche mit Abdichtung und Gefälle gebaut. Ob sie bodeneben sein kann, hängt von Aufbauhöhe und Abwasserleitung ab.

Muss man beim Umbau alle Plättli entfernen?

Nein. Oft wird nur der Wannenbereich zurückgebaut. Der Rest kann bleiben oder ohne Abriss mit neuen Platten oder Mikrozement erneuert werden.

Welches Gefälle braucht eine bodenebene Dusche?

In der Praxis meist rund 1,5 bis 2 Prozent zum Ablauf. Es wird im Unterlagsboden unter der Abdichtung ausgebildet.

Was ist besser: Duschrinne oder Punktablauf?

Eine Rinne braucht nur ein Gefälle in eine Richtung und erlaubt grosse Platten. Ein Punktablauf braucht Gefälle aus mehreren Richtungen und passt eher zu kleinen Formaten oder Mikrozement.

Mirosław Siemek
Mirosław SiemekPlattenleger, Inhaber der Strebel Baukeramik GmbH, Mettmenstetten

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